Der Rio Negro im Amazonasgebiet bei Sonnenuntergang, mit einem Holzboot in der Nähe der Gemeinschaft Tiririca und dem goldenen Sonnenreflex auf den ruhigen Gewässern des Amazonas-Regenwaldes.

Geschichte

Die Gemeinschaft Tiririca wurde 1985 gegründet und befindet sich in der Gemeinde Novo Airão am rechten Ufer des Rio Negro innerhalb des Nachhaltigen Entwicklungsreservats Rio Negro, das 2008 eingerichtet wurde. Die Gemeinschaft entstand aus der traditionellen Ansiedlung von Flussanwohnerfamilien, die ihr Leben auf handwerkliche Fischerei, Subsistenzlandwirtschaft und die ausgewogene Nutzung des Waldes stützten. Vor der Einrichtung des Reservats gehörte die Holzgewinnung zur lokalen Wirtschaftsstruktur und wurde nach traditionellem Wissen praktiziert. Mit der Einführung der RDS wurden neue Vorschriften zur Nutzung natürlicher Ressourcen eingeführt, die den Alltag der Familien deutlich veränderten. Obwohl die Bewohner vor der Gründung des Reservats an Versammlungen teilnahmen, berichten viele, dass sie die Auswirkungen der neuen Regeln damals nicht vollständig verstanden haben. Seitdem befindet sich Tiririca in einem Anpassungsprozess zwischen Tradition und Umweltgesetzgebung, bewahrt jedoch seine Identität als Flussgemeinschaft und stärkt seine Rolle innerhalb eines Schutzgebiets. Heute gilt die Gemeinschaft als konkretes Beispiel für das Zusammenspiel traditioneller Kultur und öffentlicher Umweltpolitik im Amazonasgebiet.

Kultur

Die Kultur der Gemeinschaft Tiririca ist eng mit dem Fluss und dem Wald verbunden. Der Alltag wird von den Wasserzyklen des Rio Negro und vom über Generationen weitergegebenen Wissen geprägt. Die soziale Organisation basiert auf gemeinschaftlicher Landnutzung, dem Respekt vor familiären Territorien sowie starken Verwandtschafts- und Kooperationsbeziehungen. Die einfachen Häuser spiegeln eine funktionale, an die amazonische Umwelt angepasste Lebensweise wider. Das Kunsthandwerk drückt Kreativität und traditionelles Wissen aus und nutzt lokale Rohstoffe zur Herstellung von Stücken, die die Identität der Flussbewohner repräsentieren. Das Kunsthandwerkshaus der Gemeinschaft ist ein Ort kultureller Begegnung und zusätzlicher Einkommensquelle. Trotz begrenztem Zugang zu Strom und Kommunikation bewahrt die Gemeinschaft Werte wie Solidarität, Autonomie und Respekt vor der Natur. Für Menschen, die transformative Erfahrungen suchen, bietet Tiririca die Möglichkeit, eine Lebensweise kennenzulernen, in der die Zeit dem Rhythmus des Waldes folgt und traditionelles Wissen lebendiges Erbe bleibt.

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Traditionen

Die Traditionen von Tiririca sind mit nachhaltiger Landbewirtschaftung und dem Respekt vor natürlichen Zyklen verbunden. Historisch erfolgt der Anbau in Sekundärvegetationsgebieten, um die Rodung von Primärwald zu vermeiden. Diese Praxis zeigt ökologisches Wissen, das der Gründung des Reservats vorausgeht. Auch die handwerkliche Fischerei orientiert sich an den Fortpflanzungszeiten der Arten und sichert so die Kontinuität der Ressourcen. Bereits vor den formellen RDS-Regeln existierten interne Vorschriften zur Organisation der Landnutzung, die Grenzen zwischen Familien festlegten und einen ausgewogenen Zugang zu natürlichen Ressourcen förderten. Der Bau von Häusern, Kanus und Geräten erfolgte stets mit kontrollierter und bewusster Holznutzung. Nach der Einrichtung des Reservats wurden viele dieser Praktiken genehmigungspflichtig und erforderten Anpassungen. Dennoch bleibt das Gefühl der Zugehörigkeit und kollektiven Verantwortung stark. Die Bewohner verstehen sich als Hüter ihres Territoriums und schützen es vor externen Eingriffen und ausbeuterischen Praktiken, wodurch die Tradition eines harmonischen Zusammenlebens mit dem Wald bewahrt wird.

Organisation

Die Gemeinschaft verfügt über die formell gegründete und aktive Vereinigung der landwirtschaftlichen Produzenten der Gemeinschaft Tiririca. Sie vertritt die Bewohner gegenüber öffentlichen Stellen und nimmt an Gremien zur Verwaltung des Reservats teil. Entscheidungen werden gemeinschaftlich getroffen und stärken Dialog sowie lokale Autonomie.

Wirtschaft

Die wichtigste wirtschaftliche Tätigkeit ist die nachhaltige Holzgewinnung zur Herstellung von Grillspießen im Rahmen eines genehmigten Forstwirtschaftsplans. Familienlandwirtschaft und Kunsthandwerk ergänzen das Einkommen. Die Wirtschaft ist kleinräumig und basiert auf gemeinschaftlicher Arbeit sowie nachhaltiger Ressourcennutzung.

Religion

Die Religiosität ist vom Volkschristentum geprägt, mit einfachen Feierlichkeiten und gemeinschaftlichen Zusammenkünften. Der Glaube stärkt Werte wie Einheit, Solidarität und Respekt vor der Natur.

Medizin

Die Gesundheitsversorgung wird von einem Gemeindegesundheitshelfer unterstützt. Gleichzeitig bleibt die Nutzung von Heilpflanzen und traditionellem Wissen präsent und unterstreicht die Bedeutung des Waldes als Quelle von Fürsorge und Gleichgewicht.

Kampf um Rechte

Die Gemeinschaft strebt eine stärkere Beteiligung an Entscheidungen zum Managementplan des Reservats an. Der Dialog mit öffentlichen Stellen ist kontinuierlich, um sicherzustellen, dass Umweltvorschriften die lokale Realität und das traditionelle Wissen berücksichtigen.

Wie man dorthin kommt

Der Zugang erfolgt über Manaus, das wichtigste Eingangstor zum Amazonasgebiet. Von der Hauptstadt führt die Reise in etwa drei Stunden über die Straße nach Novo Airão. Von dort geht es mit einem regionalen Boot auf dem Rio Negro weiter bis zur Gemeinschaft. Bereits die Anreise bietet ein intensives Naturerlebnis.

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